
Zehn Stunden. Neun Demos. Ein Hauptplatz. Kein Eintritt, kein Konsumzwang — nur harte Bässe und die Forderung nach Raum für freie Kunst.
„Harte Bässe für mehr Kultur": Die Initiative LoveWins in Zusammenarbeit mit HerzRad.at verwandelte am 1. Juli den Grazer Hauptplatz in einen Partytempel — als eine von insgesamt neun Rave-Demonstrationen mitten in der Stadt. Die Forderung: eine von Konsumzwang befreite Zone, in der Kunst- und Kulturinitiativen Veranstaltungen abhalten können.
Um den von uns geforderten, vom Konsum befreiten Raum besser zu erklären:
Wir leben in Zeiten, in denen Integration wichtiger ist als jemals zuvor. Viele sind durch die Umstände der letzten Jahre emotional und/oder finanziell abgebrannt. Corona, Krieg, politische Intrigen und vor allem allgemeine Ungerechtigkeit fordern immer klarer ihren Tribut.
Seit dem Krieg in der Ukraine muss man fast schon entscheiden, ob man es sich leisten kann, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, ohne finanziell ruiniert zu werden. Integration sozial Schwacher beginnt bereits dabei, dass jeder die Möglichkeit haben sollte, unter der Woche oder am Wochenende auf kulturelle Veranstaltungen jeglicher Ausrichtung gehen zu können — auch wenn kein oder nur wenig Geld vorhanden ist.
Daher fordern wir ein Kulturzentrum ähnlich einem kleinen Stadtviertel, in dem sich die Künstler- und Kulturszene frei entfalten kann. Es geht darum, Künstlern einen Ort zur Verfügung zu stellen, an dem sie künstlerisch tätig sein können, ohne viel Geld besitzen zu müssen.
Künstler sind eine der Gruppen, die am stärksten unter der Corona-Krise und dem Lockdown gelitten haben, da sie oft nicht ausreichend durch das Sozialsystem abgesichert werden.
Im Stadtpark sagt auch niemand „du darfst keine Getränke oder Essen mitbringen". Die Gastronomen wie das Parkhaus machen dennoch ein gutes Geschäft, da nur die wenigsten wirklich Lust haben, literweise Getränke und Essen mit sich herumzuschleppen.
Ein Kulturzentrum wie ein kleines Stadtviertel — ein Ort, an dem Kunst ohne Geld und ohne Bürokratie entstehen darf.
„Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht, Gehorsam aber Verbrechen!"
Berichtet in der Kleinen Zeitung: 2000 Raver am Hauptplatz erwartet, Organisator Gabriel Gschaider, allein das Soundsystem kostet mehr als 50.000 Euro. Hintergrund: das Schaffen einer von Konsumzwang befreiten Zone, in der Künstler auf unbürokratischem Weg arbeiten können.
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